Die Baselbieter Polizei baut bis 2023 eine Abteilung gegen Internetkriminalität auf

Die Baselbieter Polizei versucht, den steigenden Fallzahlen im Bereich der digitalen Kriminalität Herr zu werden. Dafür stellt sie in den kommenden vier Jahren 13 neue Beamte an. Wie soll die neue Abteilung gegen Cybercrime aussehen? Woher nimmt man Internetpolizisten und wer sind die Täter sowie die Opfer von Cybercrime?

Michèle Degen

Hören wir das Wort Kriminalität, haben die meisten von uns das Bild vom dunkel gekleideten Einbrecher mit Sturmhaube oder den charmanten Hochstapler vor Augen. Diese Art von Kriminellen mag es noch immer geben. Doch viele Verbrechen werden heute im Internet getätigt.

Kriminelle müssen also weder tatsächlich in ein Haus einsteigen, um an Geld zu kommen, noch mit ihrer Betrugsmasche an einen realen Menschen herantreten, um ihn über den Tisch zu ziehen. Das geht alles per Mausklick, anonym hinter dem Bildschirm eines PCs übers Internet. Dort werden der Datendiebstahl zum Phishing und der Heiratsschwindel zum Love Scam (Für fett gedruckte Begriffe gibt es am Ende des Beitrags ein Glossar).

Dunkelziffer ist extrem hoch

Die Bevölkerung meldet immer mehr Delikte, die sich im Internet ereignet haben. 2018 registrierte die Baselbieter Polizei 471 Fälle. 2015 – dem ersten Jahr, in dem diese Zahl erhoben wurde, – waren es 270. Seither stieg die Zahl jährlich um durchschnittlich 20 Prozent. Über die Hälfte der Delikte sind Betrugsfälle. Danach folgen Phishing, Hacking, verbotene Pornografie und Ehrverletzung.

 

Seit 2015 steigt die Anzahl gemeldeter Fälle jährlich um rund 20 Prozent.               Graphik Michèle Degen

Experten gehen ausserdem mit 75 bis 90 Prozent von einer extrem hohen Dunkelziffer aus, also Fällen, die der Polizei nicht gemeldet werden. Dieser Entwicklung will sich die Polizei anpassen. Auf Bundesebene gibt es in der Schweiz einige wenige Stellen zur Bekämpfung von Internetkriminalität. Die Strafverfolgung fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone.

Die meisten von ihnen hinken in dieser Hinsicht hinterher. Bei der Baselbieter Kantonspolizei kennen sich nur vereinzelt Beamte mit den Möglichkeiten des digitalen Verbrechens aus. Das beginnt mit der Aufnahme einer Anzeige am Schalter der Polizeistelle. Wenn etwa ein Bürger meldet, er werde erpresst, wissen nicht alle Beamten, welche Informationen und Beweismittel sie benötigen. «Mit den momentanen Strukturen ist es nicht möglich, Fälle kompetent und effizient zu bearbeiten», sagt der stellvertretende Chef der Kriminalpolizei Michel Meier. Das nötige Know-how fehle.

Wie viele andere will auch die Baselbieter Polizei nun einen Schritt zur Reduktion des Problems machen und eine Abteilung gegen Internetkriminalität aufbauen. Dafür hat der Landrat im vergangenen Jahr die nötigen Ressourcen genehmigt.

 

                                                                          Grafik Michèle Degen (created with Piktochart)

Prävention als wichtiges Standbein

Strafverfolgung ist Sache der Kantone und diese sind damit im Bereich der Internetkriminalität im Zugzwang. Trotzdem lässt sich darüber streiten, ob eine nationale Organisation nicht sinnvoller wäre. Denn das Internet kennt keine Grenzen. Kantonsgrenzen schon gar nicht. Die Verantwortlichen für Mails mit Ransomware, die in Baselbieter KMU landen, oder Kinderpornografie, die von im Kanton wohnenden Personen konsumiert wird, können sich auf einem anderen Kontinent befinden. Und in der Regel ist das der Fall. «Handelt es sich bei den Tätern um organisierte Gruppen, ist es schwierig für uns, gegen sie vorzugehen», sagt Meier.

Trotzdem seien kantonale Abteilungen gegen Cybercrime in der Lage, etwas zu erreichen. «Die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Organisationen ist wichtig», so Meier, «aber es gibt Täter, die sich innerhalb der Kantonsgrenzen aufhalten und gegen die wir vorgehen können. Ausserdem sind die Opfer Einwohnerinnen und Einwohner des Baselbiets.» Denn ein wichtiger Punkt im Programm der Abteilung ist die Prävention. «Und dafür braucht es Nähe zur Bevölkerung», sagt Meier. Es sollen also nicht nur mehr Delikte aufgeklärt, sondern auch verhindert werden.

Bereits seit 2013 gibt es das Kompetenzzentrum Cybercrime in Zürich. Es entstand als Zusammenarbeit von Kantonspolizei, Stadtpolizei und Staatsanwaltschaft. «Ab 2017 wurde erkannt, wie gross das Problem Cybercrime tatsächlich ist», sagt Martin Schumacher, Dienstchef Digitale Ermittlungen der Abteilung Cybercrime bei der Kantonspolizei Zürich. «Danach wurde die Abteilung weiter ausgebaut.» Heute umfasst sie rund 20 Personen und gilt als Vorreiterin in der Schweiz. Ein Rezept zum Aufbau der Abteilung mit Erfolgsgarantie könne er trotzdem nicht geben, sagt Schumacher. «Die gesetzlichen Voraussetzungen, aber auch die finanziellen Mittel sind von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich. Jeder muss selbst herausfinden, wie die Abläufe organisiert sein müssen, damit alles reibungslos klappt.»

 

Die Ermittler: IT-Spezialist oder Polizist?

Die neue Abteilung gegen Cybercrime der Baselbieter Polizei soll im Endausbau 20 Vollzeitstellen haben. Diese werden in drei verschiedenen Teilbereichen tätig sein: IT-Forensik, IT-Ermittlung und IT-Überwachung. Sieben angehörige des Polizeikorps arbeiten bereits in einem Vollzeit-Pensum im Bereich der IT-Forensik. Sie sind für das Sichern von Beweisen und Spuren in elektronischen Geräten zuständig und benötigen sehr gute Computerkenntnisse. «IT-Forensiker sind am nächsten an den klassischen Informatikern», erklärt der stellvertretende Chef der Baselbieter Kriminalpolizei Michel Meier. Die IT-Ermittler werden Fälle lösen und die Mitarbeiter der IT-Überwachung sind, wie der Name sagt, für die Überwachung von digitalen Kanälen zuständig.

«Die richtigen Leute zu finden, wird eine der grössten Herausforderungen», sagt Meier. Denn ausgebildete Internetpolizisten gibt es bisher nicht. Wie will die Baselbieter Polizei also die neuen Mitarbeiter rekrutieren? «Es gibt einige Polizisten, welche die nötige Affinität zu Computern haben und die in die Cybercrime-Abteilung wechseln könnten», sagt Meier. Die zweite Variante, um an geeignete Mitarbeiter zu kommen, ist, gelernte Informatiker einzustellen, die sich die nötigen Kenntnisse der Polizeiarbeit aneignen. Dies dürfte einfacher sein, sagt Meier, weil es einem Informatiker weniger Mühe bereiten sollte, Dinge aus der Polizeiarbeit zu erlernen, als einem Polizisten, sich IT-Kenntnisse anzueignen. «Eine Mischung wäre gut», sagt Meier.

471 Fälle registrierte die Baselbieter Polizei im Jahr 2018. Den Grossteil bilden Wirtschaftsfälle wie Betrugs- und Erpressungsversuche. Bei rund 5 Prozent handelte es sich um unerlaubte Pornografie, also mit Kindern, Tieren oder Gewalt. «Die Polizisten müssen schon ein dickes Fell haben, wenn es um solche Fälle geht», sagt Meier. Obwohl es sich um wenige Fälle handelt, beschäftigen sie die Beamten oft mehrere Wochen. «Die Polizisten müssen unzählige Stunden Material wie illegale Sexvideos sichten, um nach Spuren und Hinweisen zu suchen», sagt IT-Forensiker Martin Graf. Das gehe den Beamten schon nahe.

Schwatz mit Kollegen

Deshalb bestehe die Möglichkeit, mit einem Psychologen zu sprechen. Genutzt werde sie praktisch nie. «Die Polizisten tauschen sich untereinander aus», erklärt Graf. Zudem habe jeder Mitarbeiter – Frauen seien in diesem Bereich eine Seltenheit – seine eigenen Methoden, um zu verhindern, dass ihm die Bilder zu viel werden. «Nach einigen Stunden stehen die meisten kurz auf, gehen zu einem Kollegen und plaudern fünf, zehn Minuten, machen Witze und lachen», erzählt Graf. Das erde die Leute wieder. «Ich mache einen kurzen Spaziergang, wenn ich merke, dass es mir zu viel wird, gehe eine Runde ums Gebäude. Danach geht’s wieder.»

 

 

 

«Die richtigen Leute zu finden, wird eine der grössten Herausforderungen», sagt Michel Meier von der Baselbieter Polizei.                Bild Michèle Degen

 

Ein Umschlagplatz für solch verstörende Inhalte ist das Darknet, ein   grosser Teil des Internets, der nur über spezielle Browser wie den Tor-Browser erreicht werden kann. Damit ist anonymes Surfen im Internet möglich. Ursprünglich wurde der Tor-Browser entwickelt, um geheime Kommunikation zu ermöglichen. Zum Beispiel für Revolutionäre aus Zensurstaaten. Die Anonymität, die auch vor Strafverfolgung schützt, ist jedoch auch für Kriminelle interessant. Das Darknet ermöglicht deshalb den Zugang zu Marktplätzen, auf denen zum Beispiel Drogen, Waffen und Menschen gehandelt werden. Auch Auftragsmörder und Organhändler bieten ihre Dienste an. Strafverfolgung im Darknet ist heute noch schwierig, aber nicht unmöglich.

Die Beamten der Abteilung gegen Cybercrime müssen also eine grosse Belastbarkeit mitbringen. Trotzdem ist Meier zuversichtlich, dass er die richtigen Leute für die Stellen finden wird. «Wir müssen die 13 Personen zum Glück nicht alle gleich im kommenden Jahr einstellen, sondern gestaffelt in den nächsten vier.» Und die Suche hat bereits begonnen: Mit dem Ablaufen der Referendumsfrist für den Landratsbeschluss am 30. Januar, hat mit dem Aufbau der Abteilung die Rekrutierung der neuen Beamten begonnen. Bis Ende 2023 werden fünf weitere 100-Prozent-Stellen in der IT-Forensik geschaffen. Gleich viele entstehen im Bereich der IT-Ermittlung. Zwei Vollzeitstellen werden im Bereich der IT-Überwachung geschaffen. Ein Abteilungsleiter führt die verschiedenen Teams.

Digitales Wissen wird unabdingbar

Neben ihren Fachbereichen kommt den neuen IT-Polizisten eine weitere Aufgabe zu: Sie sollen ihr Wissen an die anderen Mitarbeiter der Polizei weitergeben. «Es nützt nichts, wenn wir ein Team von Spezialisten haben, aber die Person, die gerade am Schalter Dienst hat und eine Anzeige aufnehmen muss, nicht weiss, welche Informationen für die Falllösung essenziell sind», sagt Meier. Deshalb soll das ganze Polizeikorps geschult werden.

So sieht es auch Martin Schumacher, Dienstchef Digitale Ermittlungen der Abteilung Cybercrime bei der Kantonspolizei Zürich. «Die Beamten kommen immer häufiger in Berührung mit digitaler Kriminalität, weil beinahe jedes Delikt eine digitale Komponente hat. Ein Handy oder andere technische Geräte spielen fast immer eine Rolle.»

Im Baselbiet sollen in Zukunft alle Beamten ein Delikt korrekt erfassen und rapportieren können. Der Grossteil soll zudem in der Lage sein, simplere Fälle zu bearbeiten, sodass sich die Experten der Abteilung Cybercrime um die komplizierten Fälle kümmern können. Ein bisschen wird sich also jeder Polizist zum Cybercop weiterbilden müssen, um die steigende Anzahl Fälle im Bereich Internetkriminalität zu lösen.

 

Die Opfer: Jeder vierte fürchtet, zum Geschädigten zu werden

«Jeder ist potenziell ein Opfer von Cybercrime», sagt Michel Meier, stellvertretender Chef der Kriminalpolizei Baselland. Mit einigen Massnahmen könne man das Risiko minimieren, absolute Sicherheit gibt es jedoch nicht.

Obwohl das Internet sehr anfällig für Datendiebstahl ist, würden viele im Internet mit ihren persönlichen Daten deutlich fahrlässiger umgehen als im realen Leben, so Meier. Erklären kann er sich dieses Verhalten nicht. Dabei fürchten sich 28 Prozent der Baselbieterinnen und Baselbieter, Opfer von Internetkriminalität zu werden.

Zu diesem Schluss kommt gemäss der Landratsvorlage zur Cybercrime-Strategie eine 2018 durchgeführte Bevölkerungsumfrage des Unternehmens GFS-Zürich. Auftraggeberin war die Baselbieter Polizei. Jeder zwölfte Einwohner wurde gemäss der Studie in den vergangenen fünf Jahren Opfer von Internetkriminalität, die Hälfte alleine im Jahr 2017. Jedes fünfte Opfer wandte sich an die Polizei.

Ein Beweis, dass Internetkriminalität die Baselbieterinnen und Baselbieter bewegt, sind die Besucherzahlen von fünf Infoanlässen zum Thema, welche die Polizei im vergangenen Herbst durchgeführt hat. Michel Meier sprach jeweils in gefüllten Turnhallen: Durchschnittlich rund 150 Leute besuchten die Anlässe. Nur bei der letzten Veranstaltung waren die Stuhlreihen lichter. Beinahe bei jedem Anlass hat sich laut Meier zudem jemand als Opfer zu erkennen gegeben.

430 000 Franken an Betrüger übergeben

Obwohl keine genaue Datenerhebung gemacht wird, können die Polizisten je nach Delikt feststellen, welche Personengruppe tendenziell mehr Gefahr läuft, zum Opfer zu werden. So seien es bei Sextortion-Fällen meist Männer, die sich bei der Polizei melden. Die Opfer von Love Scams sind häufig ältere Frauen, die sich auf der Suche nach einer Beziehung befinden und bei denen die Täter davon ausgehen, dass sie ein gewisses Vermögen besitzen. Alle zwei bis drei Wochen haben die Beamten einen solchen Fall auf dem Tisch. Der höchste der Polizei bekannte Betrag, den ein Opfer einem Betrüger überwiesen hat, sind 430000 Franken. Auf nationaler Ebene liegt der höchste Betrag, der Meier bekannt ist, bei 1,9 Millionen Franken.

Beispiel für einen Fall von (Fake-)Sextortion.                     Bild zvg

Bei Erpressungen mittels Ransomware sind Unternehmen üblicherweise betroffen. «Dort ist am meisten Geld zu holen und die Wahrscheinlichkeit am grössten, dass es bezahlt wird. Denn die Firmen verlieren Geld, wenn die Mitarbeiter nicht arbeiten können, weil alle Daten auf ihren Computern verschlüsselt sind», erklärt Meier. Wer keine Datensicherung hat, ist gezwungen, das Lösegeld für seine Daten zu bezahlen. Generell seien fehlende Geduld und nicht installierte Updates die Hauptursachen, dass man sich und seinen Computer angreifbar macht.

Die Betrugsfälle können bei den Opfern nicht nur wirtschaftliche, sondern auch psychologische Schäden verursachen. Gerade bei Betroffenen von Love Scams können sie schwerwiegende Folgen haben. Denn sie verlieren im schlimmsten Fall ihr Vermögen und eine Person, die sie zu kennen und zu lieben glaubten.

Die Täter: Im selben Kanton oder am anderen Ende der Welt

Wer steckt hinter gefälschten Bank-E-Mails, Websites und Dating-Profilen? Wer ist er, der Cyberkriminelle? Eine kurze Antwort auf diese Fragen gibt es nicht, denn: «Es gibt nicht den Täter», sagt Michel Meier, stellvertretender Chef der Baselbieter Kriminalpolizei.

Obwohl es nicht ein Täterprofil gibt, können die Beamten aus ihrer Erfahrung einige Tendenzen benennen, welche Art von Täter hinter einem bestimmten Delikt steckt. So seien die Täter der Love Scams häufig in Westafrika zu Hause. Wenn es um Pornografie gehe, sei indes Russland ein Hotspot. Viele Gratis-Seiten für illegale Pornografie sind dort beheimatet. Grössere, strukturierte Betrugsorganisationen findet man in Asien. Bei solchen Tätern sei die Chance gering, dass die Polizei etwas gegen sie unternehmen könne, so Meier. «Sobald es über die Landesgrenze hinausgeht, wird es schwieriger, die Täter zu verfolgen.»

 

Ein Beispiel für Scamming.                   Bild zvg

Die Hacker, wie die Täter oft pauschal bezeichnet werden, seien zwar alles andere als dumm, jedoch benötige es heute nicht mehr das gleiche Können wie noch vor einigen Jahren. «Internetkriminelle eignen sich ihr Wissen häufig selbst mithilfe des Internets an», sagt Meier.

Im Baselbiet sind jene Täter zu finden, die sich zum Beispiel durch Betrügereien auf Ricardo strafbar machen. Auch sogenannte Money Mules oder Personen, die illegale Pornografie konsumieren, seien hier zu finden, so Meier. Bei ihnen stehen die Chancen gut, dass die Polizei sie schnappen kann.

Verschiedene Täter, eine Ausrede

«Es gibt niemanden, dem ich nicht zutrauen würde, verbotene Pornografie auf dem Rechner zu haben», sagt Martin Graf, seit 18 Jahren IT-Forensiker der Baselbieter Polizei. Illegale Pornografie, also zum Beispiel mit Kindern, Tieren oder Gewalt, sei auf den Computern von Personen jeden Alters, Berufs und jeder sozialen Schicht gefunden worden. Vorwiegend seien es jedoch Männer. «In meiner 18-jährigen Laufbahn hier war nur eine Frau unter den Beschuldigten», sagt Graf.

Nicht jeder, der Kinderpornografie konsumiere, sei ausserdem automatisch pädophil. «Viele fangen mit normalen Pornos an. Irgendwann wird das langweilig und auf der Suche nach einem neuen Kick landen sie bei illegalem Material mit immer jüngeren Mädchen und Jungen», erzählt Graf.

«Mehr Wissen über die Täter könnte bei der Arbeit helfen»

Was alle Beschuldigten, denen sie im Laufe der Zeit begegnet seien, gemeinsam gehabt hätten, sei einzig ihre Abwehrstrategie. «In allen Einvernahmen habe ich mehr oder weniger folgende Aussage gehört: ‹Ich habe ja kein Kind missbraucht, das Material existierte bereits›», sagt Graf. Damit versuchten die Beschuldigten Distanz zwischen sich und ihre Handlung zu bringen. Und ihr Vergehen herunterzuspielen.

Bisher werden bei der Baselbieter Polizei die Daten über die Täter von Cybercrime-Delikten nicht statistisch erfasst. Auch die Kantonspolizei Zürich verzichtet bisher darauf. Interessant wären die Informationen daraus für die Polizei schon, sagt Meier: «Wüssten wir Genaueres über die Täter, etwa wo sie sich tendenziell aufhalten und wie sie arbeiten, könnten wir vermutlich gezielter gegen sie vorgehen.»

 

Ein kleines Glossar – Die gängigsten Begriffe rund um Cybercrime und was sie bedeuten

(bitte anklicken)

 

 

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